Der Kongress ist vorbei. Das Thema bleibt relevant: It’s time to say goodbye. Die Krise des Automobils und die notwendige große Transformation der Mobilitätsordnung. Daher bleibt dieses Blog zur Dokumentation des Kongresses zwar online, aber wir verabschieden uns mit dem Hinweis auf den Konferenz-Sammelband und einem letzten Beitrag von der aktiven Gestaltung des Blogs. Ein Fazit:
Dieser Kongress zeigte, die Verkehrssprecher der Linken treten noch entschiedener gegen die Autogesellschaft auf als die Grünen. Sie begnügen sich nämlich nicht mit der Alternative, die das Elektroauto angeblich darstellt, und widerstreiten so den Autokonzerninteressen. aus: “Der halbierte Bürgersteig”, Konferenzbericht im Freitag, 5.11.2010
Die Forumsdebatte unter diesem Freitagartikel bildet einige der Debattenstränge ganz gut ab, die die Konferenz zusammenführen konnte. Aber auch die Perlen unter den Beiträgen dieses Blogs tun das: Es ging um PR-Coups und Fehlkonstruktionen, darum dass auch in den Hochzeiten des Fordismus noch subversive Strategien nötig waren, damit der einfache Autoarbeiter auch ein Auto bekam, Autokonsumentensouveränität, die Kritik des Elektroautos und – natürlich – die Krise (vgl. Krise-Kurzarbeit-Konversion? (I) und Krise-Kurzarbeit-Konversion? (II). Schließlick kam der Traum vom schönen Leben nicht zu kurz: “Der Tag, an dem in Wien und anderswo alle Autos zurückgerufen wurden” entwirft eine Utopie der Befreiung vom Auto.
Wenn die Konferenz ein wenig geholfen hat und auch über ihr Ende hinaus die große Linie – in Stuttgart, aber natürlich nicht nur dort – im Auge bleibt, dann war sie ein Erfolg:
Es ist doch kein Zufall, dass von vier Bahnchefs drei, nämlich Heinz Dürr, Hartmut Mehdorn und Rüdiger Grube aus dem Hause Daimler gestellt wurden. Dass sie alle drei das Projekt Stuttgart21 vorantrieben. Und dass es dann da einen Bahnchef namens Johannes Ludewig gab, der nicht so eng an ein Autoimperium angebunden war. Der ließ Stuttgart21 durchrechnen. Der stellte fest, dass sich das nicht rechnet. Der beschloss den Ausstieg aus dem Projekt. Und der war dann weg vom Bahnchef-Fenster. Der Autokanzler [Schröder] holte den nächsten Daimler-Mann, Mehdorn.
Wir sollten auch eine große Linie im Auge behalten, die letzten Endes in erheblichem Maß all diese Pläne bestimmt. Es geht seit einem Dreivierteljahrhundert um das Ziel der autogerechten Stadt, der auf Auto und schnellen Kommerz zugerichteten Stadt. Es ist keine Stadt für die Menschen. Keine Stadt für unsere Kinder. Keine Stadt, in der Kultur, Lebensfreude und Erholung ihren Stellenwert, die großen Plätze, den öffentlichen Raum bestimmen.
Nein – PLATZ DA: Da wird Platz geraubt, werden Plätze und öffentlicher Raum zweckentfremdet für Straßen, für Banken, für Kommerz. aus der Rede von Winfried Wolf am 3.9.2010 in Stuttgart























