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Foto: flickr/Breff

Der Kongress ist vorbei. Das Thema bleibt relevant: It’s time to say goodbye. Die Krise des Automobils und die notwendige große Transformation der Mobilitätsordnung. Daher bleibt dieses Blog zur Dokumentation des Kongresses zwar online, aber wir verabschieden uns mit dem Hinweis auf den Konferenz-Sammelband und einem letzten Beitrag von der aktiven Gestaltung des Blogs. Ein Fazit:

Dieser Kongress zeigte, die Verkehrssprecher der Linken treten noch entschiedener gegen die Autogesellschaft auf als die Grünen. Sie begnügen sich nämlich nicht mit der Alternative, die das Elektroauto angeblich darstellt, und widerstreiten so den Autokonzerninteressen. aus: “Der halbierte Bürgersteig”, Konferenzbericht im Freitag, 5.11.2010

Die Forumsdebatte unter diesem Freitagartikel bildet einige der Debattenstränge ganz gut ab, die die Konferenz zusammenführen konnte. Aber auch die Perlen unter den Beiträgen dieses Blogs tun das: Es ging um PR-Coups und Fehlkonstruktionen, darum dass auch in den Hochzeiten des Fordismus noch subversive Strategien nötig waren, damit der einfache Autoarbeiter auch ein Auto bekam, Autokonsumentensouveränität, die Kritik des Elektroautos und – natürlich – die Krise (vgl. Krise-Kurzarbeit-Konversion? (I) und Krise-Kurzarbeit-Konversion? (II). Schließlick kam der Traum vom schönen Leben nicht zu kurz: “Der Tag, an dem in Wien und anderswo alle Autos zurückgerufen wurden” entwirft eine Utopie der Befreiung vom Auto.

Wenn die Konferenz ein wenig geholfen hat und auch über ihr Ende hinaus die große Linie – in Stuttgart, aber natürlich nicht nur dort – im Auge bleibt, dann war sie ein Erfolg:

Es ist doch kein Zufall, dass von vier Bahnchefs drei, nämlich Heinz Dürr, Hartmut Mehdorn und Rüdiger Grube aus dem Hause Daimler gestellt wurden. Dass sie alle drei das Projekt Stuttgart21 vorantrieben. Und dass es dann da einen Bahnchef namens Johannes Ludewig gab, der nicht so eng an ein Autoimperium angebunden war. Der ließ Stuttgart21 durchrechnen. Der stellte fest, dass sich das nicht rechnet. Der beschloss den Ausstieg aus dem Projekt. Und der war dann weg vom Bahnchef-Fenster. Der Autokanzler [Schröder] holte den nächsten Daimler-Mann, Mehdorn.

Wir sollten auch eine große Linie im Auge behalten, die letzten Endes in erheblichem Maß all diese Pläne bestimmt. Es geht seit einem Dreivierteljahrhundert um das Ziel der autogerechten Stadt, der auf Auto und schnellen Kommerz zugerichteten Stadt. Es ist keine Stadt für die Menschen. Keine Stadt für unsere Kinder. Keine Stadt, in der Kultur, Lebensfreude und Erholung ihren Stellenwert, die großen Plätze, den öffentlichen Raum bestimmen.
Nein – PLATZ DA: Da wird Platz geraubt, werden Plätze und öffentlicher Raum zweckentfremdet für Straßen, für Banken, für Kommerz. aus der Rede von Winfried Wolf am 3.9.2010 in Stuttgart

Weiterlesen …

Mario Candeias/Rainer Rilling/Bernd Röttger/Stefan Thimmel (Hrsg.): Globale Ökonomie des Autos. Mobilität – Arbeit – Konversion, VSA-Verlag, Hamburg 2011, 278 Seiten, 19,80€.

Im Anschluss an die Konferenz versucht der Band Entwicklungen, Strategien und Widersprüche der globalen Automobilproduktion zu analysieren. Er diskutiert die Macht der fossilistischen Kapitalfraktionen und ihre ökologischen Verwüstungen. Er wirft einen Blick auf Perspektiven einer global fragmentierten Arbeiterbewegung. Mit Blick auf Konversion debattiert er strategische Widersprüche innerhalb der Gewerkschaften und zwischen Gewerkschaften und ökologischer Bewegung. Kritisch wird der Trend zum Elektroauto abgeklopft, aber auch die Bahn als Alternative der »Elektromobilität« wird beleuchtet. Und schließlich werden Perspektiven einer postfossilen Mobilität und einer weitergehenden sozial-ökologischen Transformation skizziert. Das Buch will Anregungen geben, um den aufgenommenen Faden der Debatte nicht vorzeitig wieder abreißen zu lassen.

Die Debatte um Auto und Mobilität hat durch Veröffentlichungen und Tagungen
von IG Metall, Heinrich-Böll-Stiftung, Hans-Böckler-Stiftung und die
Tagung der Rosa-Luxemburg-Stiftung, über die hier berichtet wird, Schwung
bekommen: ein Beleg für gewachsenes Problembewusstsein. Greifbare Lösungsansätze
blieben rar. Dafür gibt es ein Bündel von Ursachen, wie der Bericht zur AMK-Tagung von Stephan Krull in “Z” skizziert Weiterlesen …

Das vorliegende Diskussionspapier wurde von der ITF‐Arbeitsgruppe Klimawandel (Internationale Transportarbeiter Förderation)  in Zusammenarbeit mit dem Global Labor Institute (GLI), School of Industrial and Labor Relations, der Cornell University in New York erarbeitet.  Die ITF‐Arbeitsgruppe Klimawandel wird von Asbjørn Wahl von der norwegischen Gewerkschaft Fagforbundet geleitet und setzt sich aus Vertretern der folgenden ITF‐Mitgliedsverbände zusammen: MUA, Australien, SATAWU, Südafrika, TCU, USA, TWU, USA, VIDA, Österreich.  Sean Sweeney und Lara Skinner vom Global Labor Institute der Cornell University lieferten Forschungs‐ und Textbeiträge. Das Papier wurde auf der ersten Klimawandelkonferenz der ITF im August 20910 verabschiedet. Ein Interview mit Asbjorn Wahl findet sich in Lunapark21.

Anregungen

Im ersten Nachklapp zur AMK-Tagung gab es eine Reihe sehr lesenswerter Berichte und Texte, so in den Blogs von Tom Strohschneider und Michael Jäger im Freitag, von Pit Wuhrer in der WOZ,  Daniel Behruzi gleich mehrfach in der Jungen Welt und von Barbara Martin ebenfalls mehrfach im Neuen Deutschland.

Foto: Patrick StaryWinfried Wolf hat in der Jungen Welt vom 6. und vom 8.12. 2010 umfangreiches Material zu “Stuttgart als Autostadt” und zu S21 als Immobiliengeschäft zusammengetragen. Absolut Lesenswert.

Mitte November erscheint übrigens: »Stuttgart 21« – Oder: Wem gehört die Stadt? Herausgegeben von Volker Lösch, Gangolf Stocker, Sabine Leidig und Winfried Wolf, PapyRossa Verlag, Köln 2010, 200 S., brosch., 10 Euro.

Foto: Cyril Cavalié/flickr by-nc-nd

Michael Jäger beim Freitag zur Konferenz Auto.Mobil.Krise:

Wie viel trägt der Autoverkehr zur Umweltkrise bei? Sollte man ihn abschaffen oder drastisch reduzieren, könnte man es überhaupt? Das waren Leitfragen eines Kongresses über „Auto. Mobilität. Krise“ am vorigen Wochenende in Stuttgart, veranstaltet von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die der Linkspartei nahe steht, in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern, Gewerkschaftern und Umweltaktivisten. Dieser Kongress zeigte, die Verkehrssprecher der Linken treten noch entschiedener gegen die Autogesellschaft auf als die Grünen. Sie begnügen sich nämlich nicht mit der Alternative, die das Elektroauto angeblich darstellt, und widerstreiten so den Autokonzerninteressen. (Weiterlesen)

Brille verloren…

diese Brille blieb allein zurück auf dem Tagungsschlachtfeld AMK in Stuttgart – wer sie vermisst (starke Gläser) – möge uns eine Mail zusenden

A.M.K.-Tagung

beendet – mit rund 400 TeilnehmerInnen von der “Langen Nacht” am Donnerstagabend bis zur S21-Abschlussdiskusison am Samstagabend mit Stocker, Leidig, Hamm, Conradi, Debatten, Vorträge, Kontakte, Ideen. In den nächsten Tagen werden wir Texte, Bilder und Videos zusammentragen und hier wie auf der RLS-Seite publizieren. Und es wird hier weiterhin kritische Texte geben zum Thema! Im Lauf der nächsten Wochen hier auch erste Vorschläge zur Diskussion, wie es weiter gehen könnte.

Foto: agent j loves agent a/flickr

Von Catherine Lutz und Anne Lutz Fernandez

“Unablässige Werbung und Lobbyismus über Jahrzehnte haben ein tief verankertes Glaubenssystem geschaffen und verbreitet: eine ausgereifte Autoideologie. Diese ist – wie viele Elemente der Kultur – für uns unsichtbar, da wir mit ihr sehen. Wie farbige Kontaktlinsen strukturiert und begrenzt der Denkrahmen, mit dem wir aufgewachsen sind, unsere Vorstellungen darüber, wie wir uns fortbewegen, wofür wir Geld ausgeben, welche Risiken wir eingehen und wo wir leben.” (Weiterlesen)

Der Absatz brummt. Deutsche Autokonzerne melden steigende Gewinne. Auto-Krise? War da was? Allerdings, meint Elmar Altvater. Der emeritierte Politik-Professor, der im Wissenschaftlichen Beirat von attac aktiv ist, hält das Auto ökologisch wie ökonomisch für ein Auslaufmodell. Auf der Konferenz Auto.Mobil.Krise, die Ende Oktober in Stuttgart stattfindet (vgl. ak 553), wird er unter anderem über Wege aus der Krise diskutieren. ak sprach mit ihm über Spritfresser, Elektro-Wagen und Alternativen zum Auto-Verkehr. (Weiterlesen)

Foto: wireheadinc/flickr

S21 auf der Auto-Tagung

Foto campact/flickr

Natürlich spielt S21 auf der A.M.K.-Tagung Ende Oktober eine große Rolle.

  • In der Langen Nacht am Donnerstag mit dem Schwabenstreich (angeleitet von Sigrid Klausmann-Sittler); um 21 Uhr gibt es ein STUTTGART 21-SPEZIAL u.a. mit der Vor-Vorstellung des Ende Nov 2010 erscheinenden Buches: „Oben bleiben – aufrecht gehen. Stuttgart 21 – ein Exempel“ (Hrsg. von Volker Lösch, Sabine Leidig, Winfried Wolf, Gangolf Stocker) mit Winfried Wolf, filmische Impressionen vom breiten Widerstand gegen das wahnsinnige Megaprojekt von Hermann G. Abmayr, einem Beitrag der PARKSCHÜTZER
  • Am ersten Konferenztag schließt am Freitagnachmittag im Rathaus Hannes Rockenbauch (SÖS Stuttgart) die Einführungsbeiträge ab: “Obenbleiben: Stuttgart21 und die Demokratie“. An der Podiumsdiskussion am Abend ab 20 Uhr im Rathaus nehmen Uwe Meinhardt und Tom Adler von der IGM Stuttgart bzw. dem BR Daimler teil.
  • Der zweite Konferenztag im Gewerkschaftshaus bzw. Haus der Wirtschaft  ist nach drei Themenlinien gegliedert. Die erste stellt Beschäftigungspolitik und Industriepolitik in den Mittelpunkt, die Arbeitsgruppe K 2 “Stuttgart.Arbeit.Perspektiven” fragt nach den Möglichkeiten des Umbaus der “Automobilregion”. Es diskutieren Christa Hourani (IG Metall, Stuttgarter Zukunftsforum); Dieter Knauss (1. Bevollmächtigter IG Metall Waiblingen); Bernd Riexinger (Geschäftsführer ver.di Bezirk Stuttgart, DIE LINKE) und Bettina Seibold (IMU-Institut Stuttgart).
  • Foto: Schub@/flickr

    Das S21-Thema Bahn steht im Mittelpunkt der Arbeitsgruppe M2

    “Zukunft.Schiene.Öffentlich.” mit Karl-Dieter Bodack («Bürgerbahn statt Börsenbahn», Verkehrswissenschaftler und Designer, Entwickler des Interregio); Johannes Hauber (IG Metall, Vorsitzender Fachgruppe Bahntechnik); Matthias Lieb (Verkehrsclub Deutschland Landesvorsitzender Baden-Württemberg). Die Moderation hat Carl Waßmuth (Bündnis Bahn für Alle).

  • Um das Thema “Stadt.Auto.Zukunft” geht es in der AG R3 u.a. mit Hannes Rockenbauch (SÖS Stuttgart) und am Nachmittag ist in der AG R4 Stuttgart 21.Kritik.Alternativen. S21 selbst das alleinige Thema. Dabei sind Peter Conradi (Architekt, ehemals MdB SPD); Roland Hamm (IG Metall, Arbeitnehmerinitiative gegen Stuttgart 21, DIE LINKE. Baden-Württemberg); Gangolf Stocker (SÖS Stuttgart); Karlheinz Rößler (VIEREGG-RÖSSLER GmbH, München) Moderation: Arno Luik («Stern»-Autor).

Neu erschienen sind die RLS- Standpunkte_34-2010, in denen Aspekte der Geschichte und der Zukunft der Automobilität beleuchtet werden, Die große Auseinandersetzung um Stuttgart 21 entscheidet auch darüber, ob über die zukünftige Verkehrs- und Mobilitätsordnung demokratisch entschieden wird oder nicht. Dieser Tage ist deutlich geworden: Wer gemütlich in sein Auto steigt oder sich von der Deutschen Bahn fahren lässt, kann sicher sein: die Macht fährt mit. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass es nur wenige waren, in deren Händen die großen Entscheidungen darüber lagen, wie wir uns bewegen und welche Mittel dafür bereitgestellt werden. Johann-Günther König zeigt in seinem Beitrag Die Macht der Automaschine wie das letzte Jahrhundert zum Jahrhundert des Individualverkehrs wurde – und welche Probleme wir uns dabei einhandelten. Greg Grandin, Historiker an der New York University beschreibt in einem faszinierenden Beitrag über Fordlandia – Von Detroit zum Amazonas – Eine Reise durch die Ruinen des Imperiums wie Henry Ford versuchte, mit einem imperialen Rohstoffprojekt im Amazonasgebiet eine Gummiproduktion aufzubauen – und an der Ökologie und Gesellschaft gleichermaßen scheiterte. George Steinmetz, Soziologe an der Universität Michigan, skizziert in Detroit: Die Geschichte zweier Krisen den Ort, der auch heute noch wie kein anderer von der von der Geschichte der Autoindustrie durchdrungen ist. Kai Kaschinski blickt in eine andere Richtung. Sein Streifzug durch die Zukünfte der Science Fiction (Mobilität im Science Fiction) fragt danach, wie eigentlich wir in die fernen Welten und Zukünfte transportiert werden, die uns das Genre verspricht. Seine Bilanzen sind verblüffend. Und sie zeigen, welche historische Macht die Idee des Autos hat, die es so schwer macht, Alternativen auch jenseits davon zu denken und Realität werden zu lassen.

Das Imperium endet mit einem Rückzug. Nicht, wie viele vor ein paar Jahren dachten, aus dem Irak, sondern aus Detroit.

Von Greg Grandin.

Foto: Eyeline-Imagery/flickr

Der eigentliche Rückzug von Motor City begann bereits vor Jahrzehnten als Ford, General Motors und Chrysler damit begannen, ihr operatives Geschäft aus der Innenstadtgegend in die schwieriger gewerkschaftlich zu organisierenden ländlichen Gegenden und Vororte und schließlich nach Übersee zu verlagern. Selbst als die Wirtschaft in den 1950er und 60er Jahren noch boomte verließen bereits 50 Detroiter am Tag die Stadt. 1989 gab es Tausende Baulücken und über 15.000 verlassene Wohnhäuser zu bestaunen. Hinreißende Gebäude wurden ver- und der Natur überlassen, die sie mit Gras überzieht, nunmehr kunstvoll verzierte Vogelhäuser.

In mythologischer Hinsicht bleibt Detroit jedoch die Geburtsstätte des sagenumwobenen amerikanischen Kapitalismus. Es gibt unzählige Untersuchungen darüber, was in der amerikanischen Autoindustrie schief gelaufen ist und ebenso viele schwelgende Erinnerungen an die Wunderjahre Detroits. 2008 gab die Ikone Clint Eastwood mit seinem Film Gran Torino der Ikone des weißen Autoarbeiters das letzte Geleit. Jedoch konnten nur wenige dieser post mortem Analysen vermitteln, welche immense Bedeutung Detroit für die Außenpolitik der USA hatte – nicht allein als Anker seiner hoch-technologischen, hoch-profitablen Exportindustrie sondern als Bekräftigung des amerikanischem Selbstverständnisses als die führende Weltmacht. (Weiterlesen)

Bild: TÜV Rheinland Group

Der TÜV Rheinland machte mit den Ergebnissen einer Umfrage zur Akzeptanz von E-Autos Schlagzeilen: 54 Prozent der Deutschen seien bereit, ein E-Auto zu kaufen. Bei genauerem Analysieren der Studienergebnisse (pdf) fallen jedoch bemerkenswerte Ergebnisse auf:

1. Lediglich bei der Gruppe der FahrerInnen von Oberklassefahrzeugen ist eine mehrheitliche Kaufbereitschaft für E-Autos zu erkennen - und zwar fast ausschließlich als Zweitwagen. Weiterlesen …

Foto: conhunter/flickr

Der Hoffnungsträger von General Motors wurde immer als neue Dimension des Elektrofahrzeugs angekündigt. Die Fahrleistung sollte vollständig per Elektromotor erfolgen, während ein kleiner Benzinmotor (Range Extender) die Batterie bei Bedarf nach 60 km wieder auflädt. Dieses Konzept hätte theoretisch durchaus zu einem Sprung bei den Verbrauchwerten im Drittelmix führen können. GM selbst legte in seinen bisherigen PR-Texten denn auch großen Wert auf die Feststellung, dass das Fahrzeug kein Hybrid sei, sondern ein E-Auto mit Reichweitenverlängerer:

Der revolutionäre Opel Ampera wird das erste nahezu emissionsfreie, elektrisch angetriebene Auto in Europa sein, das allen Alltagsanforderungen gewachsen ist. [...] Der Ampera wird zu jeder Zeit und Geschwindigkeit elektrisch angetrieben. Die Energie für Strecken bis 60 Kilometer liefert eine innovative, 16-kWh starke Lithium-Ionen-Batterie. Damit kann der Ampera völlig CO2-frei fahren. Danach dient ein Benzin-Motor als sekundäre Energiequelle und erzeugt den Strom, um weiterhin das Fahrzeug elektrisch anzutreiben.

Diese Selbstdarstellung war auch notwendig, um in den Genuss der diversen Förderungen für “Null-Emissionsfahrzeuge” zu kommen. Von Autotestern ist dieses Bild ebenfalls übernommen worden (etwa hier), nun steht es jedoch in Frage. Weiterlesen …

Mini-Crash-Cars

Foto: Antipreneur-Shop

Brandheiß! Mini-Crash-Cars aus dem Antipreneur-Shop.

“Mit ihren schicken Unfall-Designs sind unsere Modellautos aus kratzfestem Aluminium einfach der Renner. Die kleinen Offroader machen sich besonders gut neben dem ausgestopften Wildunfall oder sind der ideale Beschwerer für Ordnungswidrigkeiten und Strafverfahren.

Jeder Autotyp wird detailgetreu modelliert. Hingucker sind jedoch die filigranen, bis ins Detail lebens- und todesechten Unfallspuren: Ob Kindskopfaufschlag am Cayenne, Kleinwagen-Dellchen am Touareg – oder die Kratzer eines Ex-Mopedfahrers an der M-Klasse.

Für alle, die ihre Leidenschaft aus der Spielstraße mit ins Wohnzimmer nehmen – SUV oder nie: Die Mini-Crash-Car-Collection! Fünf sammelwürdige Modelle im Maßstab 1:18.” Jetzt bestellen!

Foto: kallejipp / photocase.com

Stephan Krull (Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen) in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Sozialismus:

Verkehrspolitik ist Wirtschaftspolitik und Zukunftspolitik, sie garantiert das »Recht auf Mobilität« und sorgt für Millionen Arbeitsplätze – damit begründen die Regierenden Milliarden an Subventionen, Landschaftszerstörung, Klimavergiftung, politische und militärische Rohstoffsicherung. Immer noch ist mit dem Auto eine Aura von Freiheit verbunden. Doch so wie bisher kann es nicht weitergehen. Die Automobilindustrie sucht ihr Heil in einer Ausweitung der Märkte in China und Indien sowie in Elektro-Autos für die »kritischen«, zahlungskräftigen Käufer in den urbanen Zentren. Unbeantwortet bleiben Fragen nach Rohstoffen und Energie, nach der Verträglichkeit der Produktion und des Gebrauchs für Klima und Umwelt. Unbeantwortet bleiben Fragen nach Mobilität in der Fläche, nach einer anderen Mobilität in den Metropolen und Megacitys, nach Vermeidung und Entschleunigung von Verkehr, nach Perspektiven für die Beschäftigten und die monostrukturierten Regionen, die so genannten Auto-Cluster. Ziemlich dicke Bretter, die zu bohren sind, wenn die Konversion und Transformation von Auto und Mobilität auf die Tagesordnung gesetzt werden. (Weiterlesen)

Foto: brentdanley/flickr

Rolf Euler und Angela Klein nehmen in der SoZ die aktuelle Studie “Der Beitrag des Elektroautos zum Klimaschutz. Wunsch und Realität” der europäischen Linkspartei zum Anlass die Elektrifizierung des Individualverkehrs und das demit verbunde Versprechen grüner Mobilität einmal genauer unter die Lupe zu nehmen:

Die Mehrzahl aller im Auto zurückgelegten Fahrten kann ohne weiteres von E-Autos geschafft werden – 80% der Strecken, die durchschnittlich in Deutschland gefahren werden, sind kürzer als 20 Kilometer – vorausgesetzt, am Zielort steht eine Ladestation. Das Elektroauto wäre damit mehr oder weniger ein reines Stadtfahrzeug, also eher der «berühmte» Zweitwagen, zusätzlich zur Reiselimousine. Die Reiselimousinen sind bisher nicht für die Umstellung auf Elektromotor vorgesehen; sie werden weiterhin mit Benzin oder Diesel angetrieben, bestenfalls mit Hybridmotoren ausgestattet. Das E-Auto schafft den Konzernen damit einen zusätzlichen Absatzmarkt, nur in kleineren Mengen Ersatz für jetzige Autos.

Der Nebeneffekt wäre, dass der durchschnittliche CO2-Ausstoß eines Herstellers sinken und damit die Zulassung größerer verbrauchsintensiver Fahrzeuge weiter ermöglichen würde. Wird doch dabei auf die sog. «Null-Emission» im Fahrbetrieb selbst abgestellt, unabhängig von der Frage, wie der Strom erzeugt wird, der dort verbraucht wird. Die Modellpolitik der Hersteller Audi, Daimler, Porsche spricht da für sich – immer mehr Allrad- und Luxusmobile stehen in den Verkaufshallen. (Weiterlesen)

Foto: ferret111/flickr

In der aktuellen analyse&kritik beschäftigen sich Georg Seeßlen und Markus Metz mit der Kulturgeschichte des Autokinos und seiner Entwicklung von einem Ort einstiger Freiheit, zwischen Alkohol und Knutschkino, hin zu einer Stätte der Nostalgie.

Das Autokino war Treffpunkt, magischer Ort, Abenteuerplatz. Das geschäftige Treiben vor der Riesenleinwand, beste Versorgung mit Snacks, Softdrinks und Süßigkeiten, die Dunkelheit ringsumher, der intime Raum des Autoinneren in aller Öffentlichkeit – das machte das Drive-In zum idealen Platz, den Übergang von der Kindheit in die Jugend zu zelebrieren. Dazu gehörte das Auto ebenso wie der Film auf der Leinwand, und dazu gehörte dieser Ort, der in manchen Provinzstädten nicht weniger als das Zentrum von Kultur und Entertainment war. …

Das Autokino ist zugleich Erinnerung an eine automobile, optimistische Gesellschaft vor Energiekrise und Satelliten-Fernsehen und lebendes Museum für einen Missing Link in der Kommunikationsgeschichte der Gesellschaft des Spektakels. (Weiterlesen)

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